Kinderprojekt
"Urlaub ohne Sorgen" - vom 27. August bis 30. August 2012
Traumtage mit Spiel und Spaß inklusive kostenloser Unterkunft und Verpflegung.
Für Kinder von 6 - 12 Jahren, deren Eltern, Großeltern oder Geschwister erkrankt sind. Kinder, schwerkranker Angehöriger brauchen auch Ansprechpartner von außen, damit sie ihre Gefühle, Bedürfnisse und Ängste äußern können, ohne ihre Eltern zu belasten. Psychischer Stress hat Langzeitfolgen!
"Meine Mama ist krank"
Wenn Mama oder Papa schwer erkranken, trifft das die ganze Familie. Auch und vor allem die Kinder. Wie können Eltern ihren Kleinen in einer solch schwierigen Situation helfen und wie viel Wahrheit ist Kindern überhaupt zumutbar?
Ganz plötzlich ist alles anders. Vieles hat sich verändert. Mama und Papa nehmen sich weniger Zeit zum Spielen als früher. Sie haben aufgehört zu lachen. Wenn sie miteinander reden – meist ganz leise -, machen sie ernste, besorgte Gesichter. Sie sind einfach nicht mehr die Eltern die sie einmal waren.
Wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt, löst das eine einschneidende Lebenskrise aus. Für jeden in der Familie. Für den Betroffenen, den Partner und vor allem auch für die Kinder. Sie können sich, anders als Erwachsene, kaum von außen Rat und Hilfe für die veränderte Lebenssituation holen. Ihr Glück oder Unglück hängt fast ausschließlich vom emotionalen und informativen Dialog mit den Eltern ab. Nur wenn dieser Austausch aufrechterhalten wird, kann das Kind die Krankheitskrise eines Elternteils halbwegs unbeschadet überstehen.
Wenn Mama oder Papa schwer erkranken, ist die gesamt Familienatmosphäre betroffen. Selbst wenn Eltern versuchen, den Alltag „normal“ weiterlaufen zu lassen, können sie die Belastung, die ihnen die Krankheit aufbürdet, nicht verbergen. Erfahren sie den Grund für solche Stimmungsveränderungen nicht oder schnappen die Information zufällig auf, dann beginnen sie sich in ihrer lebhaften Phantasie Szenarien auszumalen, die noch viel bedrohlicher sein können als die Wirklichkeit selbst. Deshalb sollte mit der Aufklärung über die Erkrankung nicht lange gewartet werden. Kinder bekommen sonst das Gefühl, nicht fragen zu dürfen.
Eltern machen sich natürlich Gedanken darüber, wie sehr sie ihre Kinder überhaupt mit der traurigen Nachricht über Mamas bzw. Papas Erkrankung belasten dürfen. Erfahrungen zeigen aber, dass Kinder die Fähigkeit besitzen, selbst mit sehr dramatischen und traurigen Nachrichten – wenn sie in richtige Worte gefasst sind – umzugehen. Sie werden dadurch nicht verschreckt. Im Gegenteil: In den meisten Fällen wirkt ehrliche Aufklärung sogar entlastend und spendet Sicherheit. Sogar einem zweijährigen Kind kann man erklären, dass die Mama krank ist, in der nächsten Zeit viele Besuche beim Arzt notwendig sind und die Oma öfter auf sie aufpassen wird.
Wichtig ist, dem Kind eine geordnete Struktur zu geben. Je älter der Nachwuchs ist, desto genauer kann über die einzelnen Krankheitsdetails gesprochen werden. Überfordern sollte man das Kind allerdings nicht, man sollte sich deswegen im Gespräch auf wichtige Punkte beschränken und Spielraum für Fragen lassen. Meist kommt das Kind zu einem späteren Zeitpunkt von selbst darauf zurück, beginnt neugierig nachzufragen und möchte mehr Einzelheiten erfahren.
Ein offenes, von Vertrauen geprägtes Verhältnis zu den Eltern ist für Kinder in solchen Lebensphasen am wichtigsten. Und Ehrlichkeit am notwendigsten, wenn es auch zur Frage „Wirst du an der Krankheit sterben“ kommt. Auch wenn die Versuchung groß ist und glaubt, dem Kind Kummer ersparen zu müssen. Falsche Hoffnungen zu machen und ein Herunterspielen der Ernsthaftigkeit der Situation sind eher abzulehnen. Denn: Kommt es soweit, dass ein Elternteil stirbt, fühlt sich das Kind sonst betrogen und ist nicht in der Lage zu trauern, weil Wut und Ärger überwiegen.